Inhalt der „stadtverkehr“-Ausgabe 7-8/2026

- VDV: Die Tram der Zukunft fährt autonom
- Kommunaler und gesellschaftlicher Nutzen der Verkehrsleistungen der VAG Nürnberg
- Neue Obuslinien in Ústí nad Labem


[stadtverkehr 7-8/2026] Zeitgleich mit der Eröffnung der VDV-Jahrestagung am 9. Juni 2026 in Karlsruhe veröffentlichte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ein Strategiepapier zur Förderung und Umsetzung des autonomen Fahrens im ÖPNV für Stadt- und Straßenbahnen. Schon vor einem Jahr hatte der Verband anlässlich des UITP Summit und der VDV-Jahrestagung 2025 gemeinsam mit der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) ein Papier vorgelegt, mit dem das Thema „Autonomes Fahren im öffentlichen Linienverkehr” in den Vordergrund gerückt wurde („stadtverkehr” 7-8/2025, S. 46-50). Ging es dabei vorrangig um Straßenfahrzeuge vom Robotaxi bis zum autonomen Linienbus, mahnt der VDV nun an, dass darüber der Schienenverkehr nicht vergessen werden darf.

[stadtverkehr 7-8/2026] Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Nürnberg hat einen erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen – sowohl für die Stadt als auch für die Metropolregion. Die Verkehrsleistungen der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft stärken die Wertschöpfung, sichern Beschäftigung und Einkommen, bringen Einnahmen für die öffentlichen Haushalte und vermeiden erhebliche Kosten im Verkehrssystem. Das belegt eine neue Studie des Beratungs- und Forschungsunternehmens CONOSCOPE auf Basis des Geschäftsjahres 2024, die von Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König, VAG-Vorstandssprecher Tim Dahlmann-Resing und CONOSCOPE-Geschäftsführer Thomas Lehr vorgestellt wurde.

[stadtverkehr 7-8/2026] In der tschechischen Stadt Ústí nad Labem gibt es seit 1988 ein Trolleybussystem mit einer Streckenlänge (Stand Ende 2025) von 46,7 km. Bei neun Tages- und zwei Nachtlinien war die Linienlänge deutlich über 100 km. Die Industriestadt mit etwa 92.000 Einwohnern ist Eisenbahnknotenpunkt. Die Industrieareale, die Bahnstrecken und das Stadtzentrum liegen hauptsächlich in Ost-West-Richtung entlang der Elbe. Vor allem in nördlicher Richtung schließen sich die südlichen Ausläufer des Erzgebirges an. Dort befinden sich mehrere große Wohngebiete, die vor allem in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts entstanden. Aufgrund der Topographie sind zwischen den hoch gelegenen Wohnkomplexen und dem tiefer gelegenen Stadtzentrum beträchtliche Höhenunterschiede zu überwinden. Innerhalb des Stadtgebietes befinden sich mehrere Serpentinen. Der Trolleybus kann hier seine Stärken ausspielen und wurde daher zum 1. Juni 2026 um zwei weitere Linien erweitert.