Stadverkehr 848x90 de 2020

Berlin: Straßenbahn in der Leipziger Straße?

Das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro befindet sich in der zweiten Planungsphase und hat am 25. Februar 2020 in einer Informationsveranstaltung seine aktuellen Vorstellungen zum Projekt dargestellt. Die Pläne führen zu erheblichen Diskussionen. Offenbar ohne ausreichend fundierte Untersuchung von Alternativen wird unter Berufung auf politische Festlegungen eine Linienführung geplant, die erhebliche Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen haben wird. Die Strecke soll im Bereich der östlichen Unterführung der S- und Fernbahnanlagen des Bahnhofs Alexanderplatz am vorhandenen Gleisnetz der Straßenbahn anbinden. Von hier aus führt sie durch die Fußgängerzone entlang der Rathausstraße und erreicht das Rote Rathaus. Links abbiegend führt die Trasse in die Spandauer Straße. In Höhe des Molkenmarktes erreicht die Strecke die Bundesstraße 1 und benutzt diese über den Mühlendamm und die Gertraudenstraße führend letztlich durch die Leipziger Straße bis zum Potsdamer Platz und dann weiter bis zum Kulturforum. Bestandteil der Pläne ist eine massive Reduzierung der Straßenkapazität für den motorisierten Individualverkehr ohne erkennbare Alternativrouten und eine großzügige Anordnung von Radverkehrswegen. Für die Straßenbahn ergibt sich nicht durchgehend ein eigener Bahnkörper und die vorgesehenen Flächen, Maße und Profile an Fahrweg und Haltestellen lassen befürchten, dass diese Straßenbahnstrecke die in sie gesetzten Erwartungen kaum wird erfüllen können. Lesen Sie in der neuen „stadtverkehr“-Ausgabe 9/2020 die Analyse eines ausgewiesenen Kenners der Berliner Straßenbahn zu dem Erweiterungsprojekt durch die Leipziger Straße.

2019 10 NaumannIn Berlins Leipziger Straße wurden im Jahr 2000 „auf Vorrat“ Straßenbahnschienen verlegt; genutzt werden sie in dieser Form wahrscheinlich nie.   Aufnahme: S. Göbel

 

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